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Praktisches Lernen | IPLBayern.de -


Praktisches Lernen

Schon seit vielen Jahren forschen Menschen daran, wie das Gehirn neue Eindrücke verarbeitet und Erinnerungen speichert. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und kann eindeutige Anweisungen für praktisches Lernen geben, sowie Behauptungen, es sei möglich im Schlaf eine Fremdsprache zu lernen, widerlegen. Auch frühere Ansätze, die darauf zielten, Kindern durch eine möglichst bunte und interaktive Gestaltung von Lernmaterial neue Dinge beizubringen, erwiesen sich als nicht effektiv.

Der Dreh- und Angelpunkt des menschlichen Körpers ist die "graue Substanz" im Gehirn, hier befinden sich die so genannten Neuronen. Sie sind dafür zuständig, Erinnerungen an die Kindheit, verschiedene Bewegungsabläufe, oder allgemeines Wissen zu speichern. Werden neue Dinge erlernt, verändern sich diese Zellen; mit der Zeit entstehen bessere und neue Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen. Die "Rechenleistung" des Gehirns wird so erhöht.

Viele kurze Wiederholungen mit Pausen

Eine eindeutige Anweisung, die die Wissenschaft für praktisches Lernen geben kann, ist das Wiederholen des zu lernenden Stoffes mit dem Einlegen von Pausen. Die Effektivität wird, gegenüber dem Lernen eines Sachverhaltes an einem Stück, deutlich erhöht. Je öfter sich ein Mensch mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt, desto einfacher wird es für die Neuronen, die Informationen hierfür abzurufen: sie werden sensibilisiert. Es ist zwar beispielsweise möglich, sich innerhalb einiger Stunden am Stück viele Begriffe einzuprägen, jedoch ist es in der Regel so, dass die erlernten Vokabeln, nach einigen Wochen, oder sogar Tagen, wieder vergessen sind.

Vernetztes Lernen

Eine weitere moderne Erkenntnis ist, dass das Erlernen neuer Dinge am besten in einem großen Netz von Informationen geschieht. Das soll heißen, dass ein einzelner Fakt, der nicht im Zusammenhang mit etwas anderem steht, beispielsweise eine zufällige Zahl, nur schlecht gemerkt werden kann. Bekommt diese Zahl jedoch eine Bedeutung, wird mit bestimmten Ereignissen und anderen Themen in Verbindung gebracht, so vernetzen sich nach und nach die Neuronen miteinander. Das ist das alte Prinzip der Eselsbrücke: hier wird ein Spruch oder eine bestimmte Vorstellung mit Fakten verknüpft, die danach besser und länger zugänglich erscheinen.

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Lernprogrammen, welche die unterschiedlichsten Lernmethoden unterstützen. Mit Hilfe eines solchen Programmes können Sie die für Sie beste Methode herausfinden und Ihre Fortschritte abspeichern. Auch an immer mehr Schulen werden solche Programme eingesetzt. Die Schüler können Ihre Lernfortschritte auf einem USB-Stick speichern und diese für die Hausaufgaben mit nach Hause nehmen.

Bei all den vielen tollen Lernmethoden sollte man aber nicht vergessen, dass auch das Gehirn mal ne Pause braucht um die Konzetrationsfähigkeit wieder aufzufrischen. Zwischen dem Lernen mal einen Spaziergang machen, sich eine heisse Dusche gönnen oder einfach mal die Augen schließen, und man wird den Unterschied schnell bemerken. Jedoch sollte man die Pausen auch nicht zu sehr ausdehen, da man sonst oft schwer wieder in den Lernrythmus zurückfindet.